Kapillare Leitfähigkeit
Die zweite Form der Wasseraufnahme oder -abgabe ist abhängig von der kapillaren Leitfähigkeit der Baumaterialien.
Diese hat ihren Ursprung im porigen Gefüge des Stoffes. Ein Kapillarsystem besteht aus einer Vielzahl von Kanälen oder Löchern, die mehr oder weniger miteinander verbunden sind. In wassergefüllten Kapillaren entsteht durch Druckunterschiede eine Bewegung des Wassers. In einem gut ausgebildeten Kapillarsystem kann Wasser leicht in den Baustoff eindringen und ebenso schnell aus dem Baustoffinnern zur Oberfläche zurücktransportiert werden.
Durch Kapillareinwirkung wird zehnmal so viel Feuchtigkeit aus einem Baustoff abtransportiert wie durch Wasserdampfdiffusion. Kapillarwasser wandert immer zur trockenen Seite des Bauteils, auch gegen den Diffusionsstrom, um an der Oberfläche zu verdunsten.
Diese Eigenschaft macht Dampfsperren so problematisch, weil bei ungünstigen Temperatur- und Feuchtigkeitssituationen Wasser an der inneren Seite der Dampfsperre gestaut wird, in der Wand verbleibt und diese nachhaltig schädigen kann. Der kritische Feuchtigkeitsgehalt ist die Grenze des kapillaren Wassertransports, z.B. Ziegel 2,5 Vol. %, Gasbeton 18%. Dies bedeutet aber, dass sich Gasbeton im eingebauten Zustand immer über Diffusion entfeuchtet.
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Stichwortvorschlag: Leitfähigkeit
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