24.03.2017 Klimaschutz und Wärmedämmung: Eine Herausforderung

Klimaschutz und Wärmedämmung: Eine Herausforderung

Klimaschutz und Wärmedämmung: Eine Herausforderung

Was müsste eigentlich passieren, damit der gesamte Wärmebedarf für Gebäude, Warmwasser und Prozesswärme in der Industrie bis 2050 auf regenerative Energien umgestellt werden kann?


In ihrer Studie „Die neue Wärmewelt“ der Agentur für erneuerbare Energien wird im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion wird genau diese Fragestellung überprüft.

  • Der Energieverbrauch müsste sich bis 2050 auf weniger als die Hälfte des derzeitigen Verbrauchs reduzieren
  • Die Strom- und Wärmeversorgung müssten komplett auf regenerative Energien umgestellt werden, da es in der Landwirtschaft und in der Industrie Bereiche gibt, in denen kaum CO2 eingespart werden kann.
  • Vermehrte Nutzung von Solarthermie, Umweltwärme und Geothermie
  • Mehr Anteil von Strom aus regenerativen Quellen für die Wärmenutzung


Ausbau von Gebäudesanierungen insbesondere Dachdämmung und von Außen- und Innenwänden

Wärmeerzeugung mit Strom aus regenerativen Quellen

Spannend an der Studie sind die Größenordnungen. So wird derzeit etwa doppelt so viel Wärme für Gebäude und Warmwasser benötigt wie für Strom. Von dieser Wärmeenergie wird derzeit nur weniger als 15% regenerativ erzeugt. Die Herausforderung einer Umstellung auf regenerative Energien ist daher deutlich größer als im Stromsektor, zumal die Alternativen zu Erdgas, Kohle und Öl längst nicht im Umfang des derzeitigen Verbrauchs zur Verfügung stehen.

Energieverbrauch muss sich senken

Die Studie geht daher davon aus, dass sich der Verbrauch bis 2050 auf weniger als die Hälfte reduzieren muss. Die Verwendung von Biomasse lässt sich kaum noch steigern. Die Potentiale werden in der vermehrten Nutzung von Solarthermie, Umweltwärme und Geothermie gesehen. Auch der Stromanteil für die Wärmenutzung soll sich mehr als verdoppeln.

Den größten Anteil am Wärmeverbrauch hat der Bedarf für Raumwärme und Warmwasser. Insbesondere bei der Raumwärme wird erhebliches Einsparpotential ausgemacht. Um die Ziele erreichen zu können, müssten allerdings jährlich zwischen 2,5 und 3% des Bestandes energetisch saniert werden mit einer durchschnittlichen Verminderung des Verbrauchs um mindestens 50%.

Energetische Sanierung von Gebäuden wird zukünftig immer wichtiger

Derzeit wird weniger als 1% des Gebäudebestandes jährlich energetisch saniert. Mit dieser Sanierungsrate wird das mit dem Klimaschutz nicht klappen, da der Wärmebedarf wie beschrieben einen sehr großen Anteil an dem gesamten Energieverbrauch hat. Wir werden uns also darauf einstellen können, dass im Bereich der Gebäudesanierung ein erheblicher Wachstumsmarkt zu finden sein wird.

Wärmedämmung - ein Wachstumsmarkt für den Naturbaustoffhandel

Der Naturbaustoffhandel bietet mit diffusionsoffenen Materialien für die Innendämmung der Außenwände (Weichfaser, Mineralschaumplatten und Kalkdämmputze) gute und vergleichbar günstige Lösungen. Wir sind auch im Bereich der nachträglichen Dachdämmung mit Zellulose zum Einblasen und der Fassadendämmung mit verschiedenen Systemen gut aufgestellt. Das könnte sich das zu einem wichtigen Bereich im Naturbaustoffhandel entwickeln, insbesondere bei einer engen Kooperation mit dem Handwerk.

Gemeinsam Marketingstrategien für den Wachstumsmarkt entwicklen

Außerdem ist politisch darauf hin zu wirken, dass die Dämmmaterialien bestimmten Kriterien in Bezug auf den Primärenergiebedarf bei ihrer Herstellung und dem CO2 Verbrauch erfüllen müssen. Als Ökoplus sollten wir gezielt unsere guten Angebote in dem Bereich zusammentragen und uns über eine Marketingstrategie gemeinsam am Markt aufstellen. Zielgruppenorientiertes Marketing mit entsprechender Websitegestaltung, Flyer zum Thema und Kooperationen mit unseren Herstellern sind die Bereiche, die dafür aufbereitet werden sollten.