28.11.2022 Weniger Treibhausgas-Emissionen im Gebäudesektor

Klimagerecht bauen – mit mehr Holz und weniger Beton

Ulrich Kriese beschreibt wie Neubau mit Holz klimafreudlicher wird

Der Gebäudesektor ist in Deutschland für rund 40 % der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Das ist ein wichtiger Hebel, wenn Deutschland bis 2045 klimaneutral werden möchte. Aber es wird immer noch mit zu viel Zement, Stahl und Aluminium gebaut, statt mit klimafreundlichen Rohstoffen wie Holz. So beschreibt der Autor Ulrich Kriese in seinem Beitrag im Handelsblatt die aktuelle Situation im Bausektor.

Erfahren Sie hier mehr darüber, warum das so ist – und mit welchen drei Punkten, man die Klimabilanz in Deutschland deutlich verbessern kann.


Voraussetzung ist eine neue Lebenszyklus-Bewertung von Holz-Baustoffen

Der Sprecher für Bau- und Siedlungspolitik des Naturschutzbunds (Nabu), Ulrich Kriese, sieht in der aktuellen Lebenszyklusanalyse von Gebäuden eine Benachteiligung von nachwachsenden Baustoffen wie Holz.

Wenn man jahrhundertealte Fachwerkhäuser aus Holz, Stroh und Lehm betrachtet, wird einem schnell klar, dass Gebäude aus Naturbaustoffen lange Zeit überdauern – und in dieser Zeit das eingelagerte CO2 gebunden wird. Das ist heutzutage ökologisch sehr wertvoll. Aber es wird bei der Lebenszyklus-Berechnung nicht berücksichtigt. Stattdessen orientiert man sich an einem Verfahren, das eigentlich für schnelllebige Konsumgüter entwickelt wurde.

Erst wenn die Regularien angepasst werden, ist ein signifikante Verbesserung der Ökobilanz im Bausektor möglich. Hier ist die Politik gefragt, denn die konventionelle Bauindustrie hat daran wenig Interesse – und unterstützt daher die bestehende Bewertung.

Sprecher für Bau- und Siedlungspolitik des Naturschutzbunds (Nabu)

Der Autor Ulrich Kriese ist Sprecher für Bau- und Siedlungspolitik des Naturschutzbunds (Nabu):

„Mit einem kleinen Teil der jährlichen Holzernte in Deutschland ließe sich der gesamte Neubaubedarf realisieren.“

Mit diesen 3 Punkten kann man klimagerechtes Bauen verbessern

Aus Sicht des Autors gibt es drei wesentliche Punkte, wie man klimagerechtes Bauen in Deutschland verbessern kann:

  • Bestandsoptimierung von vorhandenen Gebäuden durch Verbesserung der Energieeffizienz und Umbau bzw. Umnutzung – anstelle energieaufwendiger Abriss und Neubau
  • Neubau nur in bestehenden Ortschaften – statt auf der grünen Wiese
    Damit werden weniger Flächen versiegelt und vorhandene Infrastruktur genutzt
  • Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen mit guter Ökobilanz wie Holz, Stroh und Hanf. Sie sind in ausreichenden Mengen in Deutschland verfügbar und binden CO2

Darüber hinaus wird seiner Meinung nach das Recycling von Baustoffen eine immer größere Rolle spielen. Wenn man das bereits beim Bau berücksichtigt, können später Dachbalken, Treppen und Dielen wieder ausgebaut und anderweitig genutzt werden. Auch das spart Energie und Ressourcen.

Hier können Sie den Artikel im Handelsblatt lesen:

Handelsblatt-Artikel über klimagerechte Bauweise von Ulrich-Kriese 11-2022

Falls Sie den Artikel nicht angezeigt bekommen, können Sie ihn auch hier als PDF herunterladen.



Weitere Informationen zum klimagerechten Bauen mit Holz

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien und Publikationen zum Thema klimagerechte Bauen mit nachwachsenden Baustoffen wie Holz. Wenn Sie jetzt noch tiefer einsteigen möchten, dann finden Sie hier Links zu weiteren Informationen. Die Online-Downloads der umfangreichen Broschüren von der FNR (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.) sind übrigens kostenlos.

Beim Bau eines Einfamilienhauses können ca. 41 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden. Mehr Infos finden Sie auf der Seite von FNR ...

Weniger Treibhausgase durch Holzhäuser – ein aktueller Artikel von FNR (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.) mit einem Link zur Studie "Treibhausgasbilanzierung von Holzgebäuden" von der Ruhr-Universität Bochum.


Informationen und Beispiele für Holzbau - auch bei öffentlichen Gebäuden

Der Leitfaden Bauvergabe: Öffentliches Bauen & Sanieren mit Holz

Diese Broschüre ist für Gemeinden und öffentliche Bauprojekte gedacht. Aber einige der Informationen, Checklisten und Umsetzungs-Beispiele sind sicher auch für private Bauvorhaben hilfreich.

 

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